Bilder aus dem Archiv: 2008/2009
Das gewisse Etwas...
...hatte das halb verfallene Gebäude von Liemkes Futtermühle für mich schon immer. Nicht nur, dass unter seinem Dach seit Jahren mein liebster Klüngelladen "Wein und Geschenke" mit schönen Sachen zum stundenlangen Stöbern einlud (stundenlang, außer im Winter - aber dazu kommen wir später). Auch, weil mein Vater hier Ende der 60er Jahre gearbeitet hat. Und vor allem, weil es einfach ein Gebäude mit Charakter war.
"War" ... denn leider ist Liemkes Mühle seit letzter Woche Geschichte. Charakter und Schönheit gehen ja nicht unbedingt Hand in Hand und viele Leute haben das Gebäude als "Schandfleck von Rheda" betrachtet, als "unschöne Visitenkarte am Ortseingang" (oh aber bitte, lädt der Anblick von Tönnies denn dazu ein, seinen Sommerurlaub hier zu verbringen? Die Ecke vor der Unterführung Herzebrocker Straße? Die Plattenbauten am Ortseingang Oelder Straße oder die Hochhäuser am Bosfelder Weg? Außenbezirke beherbergen nunmal das alles, was wir in der Innenstadt nicht haben wollen, und dummerweise sind (Orts-)eingänge auch immer irgendwie in der Nähe von "außen". Wollen wir das alles abreißen, überall schicke Autopflegecenter hinsetzen und bei Nacht blau leuchten lassen, und schon sind alle glücklich, ja?).
Wie auch immer, vermutlich hatten diese Leute zumindest insofern Recht, dass die Mühle verfallen und vielleicht sogar einsturzgefährdet war. Einen Teil des Charmes von "Wein und Geschenke" machte ja gerade diese Mischung aus Verfall und Fabrikatmosphäre aus. Eine Atmosphäre, die einen im Winter beim Einkaufsbummel seinen Atem sehen ließ und und Handschuhe und festes Schuhwerk erforderte - nur so nebenbei bemerkt.
Der schlechte Zustand führte dann auch vor einigen Jahren dazu, dass die erste Etage, die - wenn überhaupt möglich - noch uriger war als die untere und voll mit alten Maschinen, Rädern, Förderbändern und anderem interessantem Gerät, für den Verkauf geschlossen wurde. Grund: fehlende Fluchtwege. Gut, die rostige Feuertreppe an der Ostseite hätte diesen Namen wirklich nicht mehr mit Recht getragen.
Mann, wie ich mich heute ärgere, dass ich drinnen nie Fotos gemacht habe! Wie auch immer, danach war es irgendwie nicht mehr so ganz dasselbe und ich bin nur noch selten zum Stöbern rein, was meinem Geldbeutel immerhin ganz gut getan hat.
Anfang des Jahres dann standen große Schilder vor dem Eingang "Wir ziehen um" und "alles reduziert" und nichtmal da habe ich es für nötig gehalten, mich drinnen nochmal umzusehen. Wie ärgerlich! Als ich dann vor drei Wochen in der Glocke gelesen habe, dass das Gebäude in wenigen Tagen abgerissen wird, bin ich nur noch einmal schnell hin und habe Bilder von außen gemacht. Immerhin etwas.
- Bilder aus dem Archiv: 2008/2009 -> Ältere Fotos aus einer Zeit, in der nur die Fraktion "Steriles Rheda" schon an Abriss dachte
- Freitag, 28. Januar 2011 -> Auszug und Abschiedstour mit Kamera
- Freitag, 4. Februar 2011 -> Der Abriss beginnt
- Montag, 7. Februar 2011 -> Das Wohnhaus an der Straße fällt
- Dienstag, 8. Februar 2011 -> Vorbereitungen für den ganz großen Schlag
- Mittwoch, 9. Februar 2011 -> Jetzt geht's richtig zur Sache
- Donnerstag, 10. Februar 2011 -> Maschinen, Bänder, Ketten... ein Einblick ins Innere
- Freitag, 11. Februar 2011 -> Das fulminante Finale
- Vormittags -> 10.00 - 10.40 Uhr
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- Samstag, 12. Februar 2011 -> Der traurige Rest
- Dienstag, 15. + Freitag, 18. 2. 2011 -> Schrottberge
- Dienstag, 22.3. + Sonntag, 6.3. 2011 -> Mehr Schrottberge und dann... Leere
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