Norwegen 2007 - Vest Agder
Viel Regen, ziemlich kalt ... aber großartige Landschaft

- Am 7.7.2007 sind wir in Richtung Südnorwegen gestartet. Von der nächtlichen Überfahrt möchte ich lieber schweigen (oder nein, sie lässt sich in drei kurzen Stichpunkten zusammenfassen: 1. saukalt, 2. haushohe Wellen, 3. schnarchende Fernfahrer). Auch der erste Eindruck unserer Hytte hinterließ eher gdämpfte Begeisterung, aber an Tag 3 blitzte blauer Himmel und wir haben uns Richtung Meer aufgemacht.
Hier sind wir irgendwo nahe der Küste, umgeben von Schafen und Ländlichkeit. Das Dörfchen heißt Roligheten, und dahinter geht die Straße mal schlicht nicht weiter. Erstmal nix mit Küste und Meer.

- Auf dem Rückweg haben wir dann doch noch das Meer gesehen. Hier, in (oder am? beides wahrscheinlich!) Berrefjord haben wir einen ersten Eindruck bekommen von der irritierenden Angewohnheit des Norwegers, nicht mehr benötigte Dinge (hier: alte Fische) einfach in der Gegend rumliegen zu lassen.

- Eine Tour zum äußersten Südzipfel Norwegens, zum Leuchtturm Lindesnes Fyr. Auf dem Rückweg, nahe Spangereid, lockte ein Schild: Vikingland. Die kostenpflichtige Ausstellung zu besuchen, hatten wir keine Lust mehr, und der unvermeidliche Müll, der überall rumlag, verlockte auch nicht grad dazu, länger zu verweilen. Aber die Boote waren schon echt cool.

- Tour die Küstenstraße R44 entlang über Jøssingfjord (lt. Reiseführer verseucht mit Titanschlamm. Angesehen hat man es dem Fjord nicht, naber ein komisches Gefühl blieb) und Hauge nach Ogna.
Dieses Bild zeigt die Husene under Helleren (Häuser unter der Felswand), die bis Anfang des vergangenen Jahrhundert noch bewohnt waren. Und wie sagte Knut, mein Fotokumpel aus Stavanger? "At least there is one place where it never rains!" :-D

- Weiter geht es die R44 rauf nach Hauge, wo laut Reiseführer ein 74 Tonnen schwerer Felsbrocken darauf wartet, von uns schwächlichen Menschlein bewegt zu werden. Touristennepp? Keineswegs! Der Koloss liegt nur auf einem kleinen, spitz zulaufenden Teil auf dem Boden auf und wenn man an der richtigen stelle ruckelt (wie der Name schon sagt), kann man sich fühlen wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Tagen. Oder wie der unglaubliche Hulk. Also, ziemlich stark jedenfalls.
Eine Collage mit Bildern vom Ruggestein kann in der Galerie rechts bewundert werden, aber Ähnliches findet man auch in jedem Reiseführer. Mir schien das gesunkene (und dann einfach mal vergessene) Boot irgendwie aussagekräftiger.

- Ruggestein - Blick von der Brücke in die andere Richung. Diesmal ohne Boot.
Noch.

- Weiter geht es die Küste hinauf, und vor Ogna, ca. 45 km südlich von Stavanger, lassen wir endlich die dramatisch-schwarzen Felsen hinter uns, die bei trübem Regenwetter so unendlich deprimierend wirken. Was uns am Strand von Ogna erwartet, ist Nordseefeeling pur!

- So ganz haben uns die schwarzen Felsen dann aber doch nicht verlassen, doch hier, unter blauem Himmel in der Brandung, wirken sie doch gleich viel lebendiger. Am Strand ist richtig was los, barfüßige Kinder spielen Ball (wir kommen uns richtig doof vor mit unseren dicken Trekkingschuhen) und ein paar Mutige wagen sich sogar ins Wasser. Wir tanken Sonne für die nächsten sieben Tage ... und als wir und schließlich auf den Heimweg ins Landesinnere machen, türmen sich wieder dicke Regenwolken vor uns auf.

- Als wir schließlich nach Hause kommen, ist es schon dunkel und Nebel steigt aus dem Sumpf hinter unserer Hytte auf.

- Lista ist eine Halbinsel ganz im Süden. Während unseres Besuchs des Leuchtturms Lista Fyr haben wir schon ein bisschen von der Gegend gesehen, und die wildromantische Landschaft - irgendwie keltisch anmutend - hat mir gut gefallen. Leider fing es an dem Tag an zu regnen, aber heute ist mein Geburtstag und da darf ich mir wünschen, wohin es geht, und so fahren wir erneut nach Lista und die Küste entlang. Dieses Foto entstand in der Nähe von Penne, bevor es, tja ... zu regnen anfing.

- Diese Tour sollte der Höhepunkt unserer Norwegenreise sein: der Preikestolen ist unser Ziel. Aber schon nach wenigen Kilometern Richtung Norden ist klar: das wird nix! Tief hängende Wolken verdecken die Bergspitzen und mit jedem Kilometer weiter nördlich fahren wir tiefer in den Nebel rein. Im Hunneldalen und im Sirdal liegt sogar stellenweise noch Schnee (wenn man ihn denn entdeckt vor lauter Nebel). Das Bild zeigt den Fluss Sira, kurz bevor er als beeindruckender Wasserfall, dem Dorgefoss, in die Tiefe stürzt.

- Wir versuchen es trotzdem und fahren weiter durch Hunnedalen und Sirdal - hier liegt stellenweise sogar noch Schnee und mehr als einmal werden wir von Schaf- oder Ziegenherden aufgehalten - bis nach Oanes, wo wir mit der Fähre nach Lauvvik übersetzen und noch ein Stückchen Richtung Preikestolen fahren. Aber es nützt nichts, die Wolken verdecken weiter jeden Blick auf den Felsen, kein Gedanke daran, dort hochzuwandern! Also gut, ein Grund mehr, irgendwann nach Norwegen zurückzukehren. Das heißt, wenn wir dann irgendwann Jahre später jede Erinnerung an das nicht endenwollende Schmuddelwetter verdrängt haben.
Auf dem Rückweg durchfahren wir Gloppedalsura, ein eiszeitliches Geröllfeld und Schauplatz einer dramatischen Schlacht im 2. Weltkrieg. Und genau diesen Charme strahlt das Tal auch aus. Passt wie die Faust auf's Auge zu meiner miesen Stimmung.

- Das ist ja wieder typisch: Zum Abschied strahlt der Himmel so blau, dass man heulen könnte. Wir stehen um vier Uhr morgens auf, denn unsere Fähre geht um sieben Uhr. Es herrschen kühle vier Grad (Ende Juli!) und der Sumpf ist noch vernebelt, aber man sieht schon, dass es ein herrlicher Tag wird ... wie geschaffen, um auf den Preikestolen zu wandern. Hmpf!
Statt dessen fahren wir nach Kristiansand, besteigen die Fähre und fahren absolut undramatisch (es ist warm, es herrscht kein Seegang und alle Fernfahrer sind hellwach) zurück nach Dänemark und von da weiter nach Hause. Wo es übrigens - regnet.
Jenseits der LGdW
- Rügen 2010 : Vorsicht, Überfüllung - frühes Aufstehen lohnt sich!
- Italien 2009 - Ligurien : Ungewöhnlich weit im Süden - wir schnuppern mediterranes Klima
- Monaco - Monte Carlo : 4 Landeier in der Stadt der Reichen & Schönen
- Italien 2008 - Südtirol : Majestätische Berge und mediterranes Flair - die perfekte Kombination
- Norwegen 2007 - Vest Agder : Viel Regen, ziemlich kalt ... aber großartige Landschaft!
ok, nicht NUR Regen...
Slide-Show-Galerie mit allen (nein, nicht allen! nur ausgewählten) Bildern aus Norwegen. Wer dann immer noch nicht genug hat: auf Panoramio gibt's noch mehr.

